Interview mit Ivan K. B. Lee. Er ist Direktor des Hongkonger Wirtschafts- und Handelsbüros Berlin und spricht über Hong Kongs Jubiläum.

Zum 15. Mal jährt sich die Gründung der Sonderverwaltungszone Hongkong. Nach dem Prinzip “Ein Land, zwei Systeme” ist die Stadt mit der vollen Unterstützung der chinesischen Zentralregierung zu einer festen Institution auf dem internationalen Handelsmarkt geworden. Über das Jubiläum spricht Ivan K.B. Lee, Direktor des Hongkonger Wirtschafts- und Handelsbüros Berlin im Interview.

The European Circle: Hong Kong ist seit 15 Jahren die Speziale Administrative Region Chinas. Was genau bedeutet dieser Status?

Ivan K. B. Lee: Also die Sonderverwaltungszone Hong Kong wurde am 1. Juli 1997 geschaffen. Wie sie bereits erwähnten, feiern wir derzeit unseren 15. Geburtstag. Als Sonderverwaltungszone Chinas, genießt Hong Kong weiterhin ein hohes Maß an Autonomie.Unter dem „Ein Land-Zwei Systeme-Prinzipien“, blieben der vorherige Lebensstil und die kapitalistische Wirtschaft unverändert. Zu der Autonomie Hong Kongs zählen etwa, dass wir unser altes Finanz- und Wirtschaftssystem weiter führen und dass wir unsere eigene Währung haben – den Hong Kong Dollar. Zudem haben wir unsere eigene Gesetzgebung, die sehr transparent ist und eine unabhängige Judikative. Wir knüpfen auch weiter unsere eigenen wirtschaftlichen Außenbeziehungen. Deswegen haben wir auch unser eigenes Wirtschafts- und Handelsbüro in Berlin. Hier werden die wirtschaftlichen Kontakte zu Deutschland gepflegt.

Hong Kong gilt für viele westliche Unternehmen als Tor zu China (Foto: By KimonBerlin, flickr, CC BY-SA 2.0)

The European Circle: Was bedeutet das für Hong Kong?

Ivan K. B. Lee: Es bedeutet uns sehr viel. Denn wir identifizieren uns immer auch mit China – wir sind Chinesen und teilen die gleiche Kultur. In China feiern wir immer alle fünf bis 10 Jahre ein großes Fest. Es bedeutet also allen Menschen in Hong Kong sehr viel.

The European Circle: Wie werben Sie in Berlin?

Ivan K. B. Lee: Naja, wir versuchen natürlich immer für Hong Kong zu werben. Nicht nur für sein Image als Wirtschaftsstandort, sondern auch für seine Kultur. Dafür veranstalten wir das Hong Kong Film Festival in Berlin, mit dem wir anschließend durch ganz Deutschland reisen. Außerdem wird es noch Konzerte des Studentenchors von Hong Kong in Berlin und Hamburg geben.

The European Circle: Wie entwickelt sich die Wirtschaft Hong Kongs?

Ivan K. B. Lee: Nun ja, Hong Kong hat weiterhin Asiens freieste Wirtschaft. In den vergangenen 18 Jahren wurde unsere Wirtschaft zu freisten in ganz Asien von der amerikanischen Herritage Foundation ausezeichnet. In den vergangen zwei Jahren wurden wir außerdem von dem International Institut for Managemant Developement als wettbewerbsfähigste Wirtschaft der Welt eingestuft. Seit unserer Wiedervereinigung mit China haben wir zahlreiche Vorteile durch die geopolitischen Beziehungen zu China und dem spekatakulären Wirtschaftswachstum Chinas. Wir haben auch unsere Stellung als Bindeglied zwischen China und den USA weiterentwickelt. Viele westliche Unternehmen nutzen Hong Kong als Tor nach China und chinesische Firmen nutzen Hong Kong, um auf die globalen Märkte zu expandieren. Zudem möchte ich noch unsere Börse hervorheben. In den vergangenen Jahren kommen immer mehr Firmen aus Übersee, um an unserer Börse gelistet zu werden. Wir haben uns zudem zu dem weltweit wichtigsten Remebi-Offshore-Center entwicklet. Remebi ist die offizielle Währung in China.

The European Circle: Gibt es Kooperationen zwischen Hong Kong und Deutschland?

Ivan K. B. Lee: Deutschland war schon immer der wichtigste europäische Handelspartner Hong Kongs. Im vergangenen Jahr stieg unsere bilaterale Handelsbilanz deutlich im Vergleich zum Vorjahr. Wir haben zudem zahlreiche Initiativen gestartet, um unsere Kooperation zu vertiefen. Erst kürzlich haben unsere beiden Regierungen ihr Vorhaben erklärt, ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter zu verstärken. Im vergangen Jahr haben wir auch an der Asien-Pazifikwoche in Berlin teilgenommen und auch im nächsten Jahr wollen wir wieder teilnehmen.

The European Circle: Ich danke Ihnen für das Gespräch.

Ivan K. B. Lee: War mir ein Vergnügen. Danke.

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Interview mit Ivan K. B. Lee: 15. Jubiläum Hong Kongs

Hong Kong ist mit seiner Sonderstellung in China zum wichtigen Handelszentrum geworden und genießt weitgehende Autonomie sowie eine freie Gesetzgebung. Ein Interview zum 15. Jubiläum der Sonderverwaltungszone mit dem Direktor des Hongkonger Wirtschafts- und Handelsbüros Berlin, Ivan K. B. Lee. Von: Redaktion

  • Donnerstag, 18. Juli 2019

Er hörte leise Schritte hinter sich. Links zu den Themen, etc. Die Schritte wurden lauter und lauter, er sah eine dunkle Gestalt um die Ecke biegen. Fieberhaft irrten seine Augen durch die nächtliche Dunkelheit und suchten einen Ausweg. War jetzt wirklich alles vorbei, waren alle Mühe und alle Vorbereitungen umsonst? Er presste sich ganz eng an die Wand hinter ihm und hoffte, der Verfolger würde ihn übersehen, als plötzlich neben ihm mit kaum wahrnehmbarem Quietschen eine Tür im nächtlichen Wind hin und her schwang. Könnte dieses der flehentlich herbeigesehnte Ausweg aus seinem Dilemma sein? Langsam bewegte er sich auf die offene Tür zu, immer dicht an die Mauer gepresst. Würde diese Tür seine Rettung werden? Er hörte leise Schritte hinter sich. Das bedeutete nichts Gutes. Wer würde ihm schon folgen, spät in der Nacht und dazu noch in dieser engen Gasse mitten im übel beleumundeten Hafenviertel? Gerade jetzt, wo er das Ding seines Lebens gedreht hatte und mit der Beute verschwinden wollte! Hatte einer seiner zahllosen Kollegen dieselbe Idee gehabt, ihn beobachtet und abgewartet, um ihn nun um die Früchte seiner Arbeit zu erleichtern?

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