Zentrum für Cyberkriminalität: EU nimmt Kampf gegen Netz-Verbrecher auf

Troels Oerting wird das Europäische Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität leiten. (Foto: Security & Defense Agenda, flickr)

Jeden Tag werden weltweit etwa eine Million Menschen Opfer von Cyberkriminalität. Deshalb ist für viele Europäer das Surfen im Internet mit großen Risiken verbunden. Laut einer Umfrage von Eurobarometer vermeiden es 89 Prozent der europäischen Internetnutzer persönliche Daten im Netz offenzulegen. Zudem hatten es bereits 12 Prozent der Befragten mit Online-Betrug zu tun. Die Europäische Union will nun stärker auf die Gefahren im Internet reagieren und eröffnet am Freitag das Europäisches Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (European Cybercrime Centre).

Sitz in Den Haag

Das Cybercrime Centre wird am 11. Januar offiziell von EU-Kommissarin Cecilia Malmström eröffnet. Mit Sitz beim Europäischen Polizeiamt Europol, im niederländischen Den Haag, soll das Zentrum europäischen Bürgern und Unternehmen bei Bedrohungen durch Cyberkriminalität helfen. Cecilia Malmström erhofft sich von der Eröffnung ein wesentlich effizienteres Vorgehen gegen Cyberkriminalität.

Informationen bündeln

“Wir brauchen ein flexibles, adäquates Vorgehen gegen Cyberkriminalität, die keine Grenzen kennt und es Straftätern sehr leicht macht, sich zu verstecken. Als Mittelpunkt der operationellen investigativen und forensischen Unterstützung soll das Zentrum das entsprechende Know how sammeln und verbreiten. Da es alle einschlägigen Ressourcen in den EU-Mitgliedstaaten mobilisieren kann, soll es aber auch dazu dienen, die Bedrohung durch Cyberkriminelle- wo auch immer diese operieren – abzuschwächen und zu reduzieren”, so Troels Oerting, Leiter des Europäischen Zentrums zur Bekämpfung der Cyberkriminalität.

Nationale Strafverfolgung überfordert

Da es bei Online-Straftaten regelmäßig Tatverdächtigen überall auf der Welt gibt, sind nationale Polizeikräfte mit den Ermittlungen überfordert. Durch die Eröffnung des Europäischen Zentrums zur Bekämpfung der Cyberkriminalität will die EU nun einen stärkeren zukunftsgerichteteren, integrativeren Ansatz verfolgt. Das Zentrum soll Erfahrungen und Information bündeln, strafrechtliche Ermittlungen unterstützen und EU-weite Lösungen fördern. Dabei wird der Fokus auf illegalen Online-Tätigkeiten organisierter krimineller Gruppen liegen, insbesondere im Zusammenhang mit e-banking und anderen Online-Finanztätigkeiten sowie der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Internet. Weitere Aufgaben des Zentrums sollen die gezielte Schulung von Strafverfolgern, Richtern und Staatsanwälten sowie die Bewertungen der Online-Bedrohungen sein.

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