Gefährliche Abfälle im Meer

Abfälle im Meer sind eine große Gefahr für die Umwelt. Nicht nur Gewässer werden verschmutzt, sondern auch Meeresböden und Küstengebiete. Die Verschmutzung durch Müll und Abfall verursacht zunehmend Probleme. Katastrophale Schäden für die Umwelt sind dabei nur ein Element. Die Abfälle im Meer schaden der Wirtschaft, verschandeln die Meere und machen die Menschen krank. Die Europäische Kommission will nun die Meere besser schützen und die Mitgliedsstaaten dabei unterstützen, künftig weniger Müll ins Meer zu kippen.

Rio+20-Umweltgipfel

Auf dem Umweltgipfel in Rio im Juni 2012 wurde bereits der zukünftige Kurs der weltweiten Umweltpolitik beschlossen. Führende Politiker aus aller Welt haben sich dazu verpflichtet, die Abfälle im Meer bis zum Jahre 2025 deutlich zu verringern. „Die Europäische Kommission will bei diesen Bemühungen eine Vorreiterrolle einnehmen“, wie EU-Umweltkommissar Janez Potočnik berichtete. Um für das Thema zu sensibilisieren und Denkanstöße zu geben, veröffentlichte die Kommission nun eine Übersicht über EU-Vorschriften, Maßnahmen und Strategien zur Behebung der Umweltprobleme.

80 Prozent des Abfalls besteht aus Kunststoff

Die größten Sorgen bereiten dabei die Abfälle aus Kunststoff, denn aus diesem bestehen inzwischen bis zu 80 Prozent des gesamten Mülls. Der Bericht der EU-Kommission klärt darüber auf, wie der Kunststoff ins Meer gelangt und was getan werden muss, damit dies nicht mehr passiert. Jeder kann hierfür einen Beitrag leisten. Außerdem informiert die Kommission darüber, wie langlebig Plastikabfälle wirklich sind: Über einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren zerfällt Kunststoff nach und nach in immer kleinere Teile. Er wird einerseits durch UV-Strahlen gespalten und andererseits durch ständige Wellenbewegungen zerbröselt. Die dabei entstehenden Kleinstteile werden von Vögeln und Fischen gefressen und landen so über kurz oder lang wieder auf unseren Tellern.

Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie

Die bisherigen Bemühungen, den Abfall zu vermindern, seien bis jetzt vor allem aus zwei Gründen gescheitert: Zum einen hätten die Mitgliedsstaaten die beschlossenen Maßnahmen in Bereichen wie Wasserwirtschaft, Meeresschutz und Schifffahrt nicht ausreichend umgesetzt. Zum anderen hätten bis jetzt zuverlässigen Daten über die Umweltverschmutzung gefehlt. Hier soll die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie Abhilfe schaffen. Durch die Richtlinie, die 2008 in Kraft trat, hatten sich die Mitgliedsstaaten verpflichtet, den Zustand ihrer Meere bis zum 15. Oktober 2012 zu beurteilen. Außerdem sollten sie angeben, was sie unter einem „guten Umweltzustand“ verstehen und wie sie diesen herstellen wollen. Die EU-Kommission prüft die angegebenen Daten zurzeit.

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